Lektionen


Sämtliche Zirkuslektionen werden sowohl vom Boden aus, als auch unter dem Sattel trainiert. Es gibt keine spezielle Pferderasse, die sich besonders dafür eignet. Je nach Charakter und körperlicher Konstitution zeigt aber jedes Pferd individuelle Stärken. Hier ist eine kurze Erklärung zu den einzelnen Übungen:

KOMPLIMENT

Das Kompliment ist die „Mutter aller Zirkuslektionen“. Auch in den Kursen arbeiten wir am Anfang an dieser Übung. 14 Vorübungen sind notwendig, um die Pferde geistig und physisch ins Kompliment zu führen. Es handelt sich (wie bei fast allen Zirkuslektionen) um einen natürlichen Bewegungsablauf der Pferde. Spielenden Raufbolde auf der Koppel kann man manchmal dabei beobachten,  wie sie versuchen, sich gegenseitig in die Vorderbeine zu zwicken. Das Pferd schützt sich, indem es ein Bein nach hinten wegknickt, um den Bissen des Anderen zu entgehen. Wir machen uns dies zu Nutzen, unser Pferd lernt also nichts Neues, sondern wir machen diese Bewegung nur auf Kommando abrufbar.

Bewegungstechnisch ist sowohl der Aufwand als auch der Nutzen enorm. Das Pferd wölbt seinen Rücken, der Kopf bewegt sich in rundem Bogen vorwärts-abwärts, die Hinterbeine übernehmen die Last, das gestreckte Vorderbein wird bis zur Schulter gedehnt, und dabei muss das Pferd auch noch die Balance halten. Beim Aufstehen ist nochmals große Kraftanstrengung notwendig, durch Kontraktion der Rücken- und Bauchmuskeln kommt das Pferd wieder in die Höhe.

Durch diese Übung wird daher v.a. die Muskulatur in der Hinterhand und im Rücken gestählt, wir stretchen die Vorderbeine und verbessern gleichzeitig das Gleichgewicht und Körpergefühl des Pferdes.

KNIEN

Beherrscht das Pferd das Kompliment von beiden Seiten, dann ist der Weg zum Knien nicht mehr weit. Hier muss es völlig geradegerichtet und ausbalanziert sein, damit es nicht umfällt. Es gibt zwei Wege ins Knien: manche Pferde machen zuerst ein Kompliment und ziehen dann das gestreckte Bein nachträglich ein, andere wiederum springen förmlich beidbeinig ins Knien. Diese Übung erfordert ein hohes Maß an Körperbeherrschung!

 

 LIEGEN

 

„Wem je sein Pferd zu Füßen lag – der weiß, wie weit Vertrauen geht!“

Das Hinlegen auf Kommando ist in erster Linie eine Frage des Vertrauens. Die meisten Pferde (ausgenommen sehr alte oder kranke Tiere) legen sich mehrmals täglich hin, das müssen sie also nicht erst erlernen. Voraussetzung ist aber immer, dass das Pferd sich vollkommen sicher fühlt. In der Herde bleiben Wächter stehen, um die liegenden Kollegen rechtzeitig vor Gefahren warnen zu können. Wir müssen die Rolle dieser Wächter übernehmen. Ich lehne es ab, Pferde „umzuschmeißen“. Wenn die Vorarbeit stimmt, dann liegen alle Pferde irgendwann auf Kommando – die einen früher, die anderen später. Und wenn sie es mal gelernt haben, ist es meist eine der Lieblingsübungen – auch ich würde mich freuen, wenn mich jemand unglaublich dafür lobt und mir vielleicht sogar noch eine Tafel Schokolade bringt, nur weil ich mich ins Bett lege!

 SITZEN

Vom Liegen ist der Weg zum Sitzen nicht mehr weit. Wenn man ein Pferd beobachtet, wie es auf natürlichem Weg aufsteht, dann erkennt man, dass es immer zuerst die Vorderbeine streckt dann die Hinterbeine unter den Körper schiebt und sich hochstemmt. Wir versuchen lediglich, in diese Phase eine Pause einzubauen, nämlich an dem Punkt, bevor es sich endgültig hochstemmt. Dafür ist ein wenig Geduld und ganz viel Timing notwendig. Pferde, die „Sitzen“ einmal gelernt haben, lieben es!

SPANISCHER GRUSS

Der Spanische Gruß ist eine Vorderbeinstreckung im Stehen. Ein Bein wird aus der Schulter möglichst hoch nach vorne gestreckt und verharrt dort für einige Augenblicke.

SPANISCHER GRUSS/SCHRITT/TRAB/GALOPP

Beim Spanischen Schritt hebt das Pferd in der „normalen“ Schrittfolge die Vorderbeine möglichst hoch und gestreckt nach vorne. Die Bewegung kommt in der Natur als Imponiergehabe vorwiegend unter Hengsten und Wallachen vor. Aber auch Stuten können einen hervorragenden Spanischen Schritt entwickeln. Der Gymnastische Wert liegt in der Schulterfreiheit und Koordination. Die Pferde müssen mit den Hinterbeinen aktiv unter den Schwerpunkt treten, um die Vorderbeine so hoch strecken zu können. Diese Übung macht Pferde stolz und selbstbewusst – bitte erst daran arbeiten, wenn die Rangfrage dauerhaft geklärt ist!

 

STEIGEN

Das „Zirkussteigen“ entwickelt man aus dem Spanischen Schritt. Das Pferd erhebt sich beinahe senkrecht mit gestreckten Hinterbeinen. Gymnastischen Wert hat das wenig, hier bevorzuge ich es, an der Levade zu arbeiten, bei der die Hinterbeine in der Piaffe immer mehr Last aufnehmen und zuletzt das Pferd hinten „tief“ wird und die Vorderbeine anwinkelt. Das erfordert richtig viel Kraft, gutes Timing und ein sehr gut ausgebildetes Pferd.

 

Lachen – Ja/Nein-Sagen – Gähnen

Kleine Tricks, die uns das Leben versüßen! Einfach zu erlernen, mit unglaublich großem Showeffekt! Stellen Sie sich vor, Ihr Pferd kann auf Fragen mit Ja (Kopfnicken) und Nein (Kopfschütteln) antworten und anschließen auch noch Lachen (Flehmen – siehe Bild). Das ist DER Hit auf jeder Weihnachtsfeier!

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3 Gedanken zu “Lektionen

    1. hallo edith!

      es gibt laufend kurse, allerdings sind die alle sehr rasch ausgebucht, meist durch teilnehmerinnen aus dem eigenen stall (des veranstalters). wenn ihr 6-8 pferde zusammenbekommt, komm ich auch gerne mal zu euch!
      liebe grüße
      martina

  1. Sabrina

    Hy Martina, sag wann machst du wieder einen Kurs und was kostet das? Ich würde gern dass mein Habsi sitzt, aber bin da bissi unbeholfen, auch das Steigen mag ich mehr in Bahnen lenken und nicht gar so extrem hoch.
    Melde dich einfach, gern auch telefonisch 0664 28 38 306.

    Alles Liebe
    Sabrina

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